Krautkreise veranstaltet das Permakultur Netzwerktreffen Bayern

Das Permakultur Netzwerk lädt jährlich zu einem Treffen ein. Alle Interessierten und Fachleute sind willkommen und wir freuen uns, dass das Treffen dieses Jahr bei Krautkreise stattfindet.
Die Veranstaltung eignet sich auch für Familien und Kinder und liegt direkt am Holzwinkel-Radweg.

Permakultur Netzwerktreffen – Bayern
Termin: 29. Juni 2019, 11-18 Uhr
Ort: 86494 Emersacker

Es wird ein buntes Programm geben:

  • Führung im Permakultur-Garten Emersacker mit Ökolandwirt und Permakulturist Martin Hesch mit viel Platz für Fragen, wie man die Permakultur im eigenen Garten anwenden kann
  • Bienenschau und kleiner Vortrag von Imker Andreas Schwalb
  • Kinderrallye für die Kleinen mit Pädagogin Judith Bosch – wir machen uns auf eine Entdeckungsreise durch den Garten und lernen dabei spielerisch von den Kreisläufen der Natur
  • Wildkräuterführung mit Lebensmitteltechnologe Philip Kunisch – Philip weiß alles über die besonderen Inhaltsstoffe unserer Kräuter und gibt sein Wissen gern weiter
  • Bewegungsmeditation zwischen den Hügelbeeten mit Tanztherapeutin Judith Bosch
  • Wir runden den Abend mit einer Musik einer Live-Band und Feuer ab

Es gibt Getränke, Verpflegung zu Mittag und Kaffee& Kuchen am Nachmittag.

Anmeldung: krautkreise@posteo.de
Kosten: Teilnahme gratis, Mittagessen 8€, Kaffe&Kuchen 5€, Spende für die Musiker erwünscht

Selbstversorgung im Westpazifik

Eine Kraut-Reise mit dem Segelboot
zu abgelegenen Inseln und ihren Anbauweisen

Tanna/Vanuatu – In einem abgelegenen Dorf verkaufen Frauen bei einem kleinen Markt Kassava und gebratenen Fisch. Wir werden eingeladen uns zu einem Grüppchen auf eine geflochtene Matte zu setzen. Eine ältere Frau spricht uns in perfektem Englisch an, ihr Name bedeutet „raschelnde Blätter in Bäumen“. Sie war schon zwei Mal in Europa: als Teil der Delegation Vanuatu ist sie zum Terra Madre Festival der Organisation Slow Food gereist.

Wir sind im Mai 2018 zu einer 10-monatigen Segelreise aufgebrochen. Unsere Reise führte uns von Neuseeland, über die Inselstaaten Vanuatu, Solomonen und Papua Neu Guinea in den Süden der Philippinen. Es war auch eine Forschungsreise: Wie leben die Menschen in den abgelegenen, naturbelassenen Gegenden der Welt? Wieviel von unseren Phantasien über sogenannte Naturvölker ist wahr?

Vanuatu – zwischen Erdöfen und mobilem Internet

Kitchen House auf Erromango

In Vanuatu finden wir eine interessante Kombination: Die Menschen Leben fast überall in ihren traditionellen Dörfern. Sämtliche Gegenstände des alltäglichen Lebens sind aus Naturmaterialen gefertigt: Häuser bzw. Hütten, Kanus, Körbe, Taschen und Matten. Gegessen wird von Palmblättern, als Tasse dient ein Stück Bambusrohr. Oft dachte ich: XY kann man sicher nicht aus Naturmaterialen herstellen! Immer wurde ich eines besseren belehrt. Nur die Kleidung ist westlich: T-Shirt und Shorts. Traditionelle Penis-Köcher und Faser-Röcke werden nur noch in speziellen Gruppen zur Pflege der Traditionen getragen, ähnlich einem Trachten-Verein.

Gedeckter Tisch mit purer Natur

Gleichzeitig ist das Umweltbewusstsein sehr augeprägt, wie die Begegnung mit „raschelnde Blätter“ zeigt. Die Regierung investiert viel in Aufklärungsarbeit. Seit 1.7.2018 sind in Vanuatu Plastiktüten verboten. Der Chief des Dorfes „Port Resolution“ fordert die Segler auf, keine Geschenke zu machen, die Müll hinterlassen und verweigert die Annahme der mitgebrachten Müllbeutel. Nirgends liegt Plastik herum. Müll wird immer im Dorf gesammelt und verbrannt.

Vanuatu scheint die Industrialisierung ausgelassen zu haben und ist direkt in eine umweltbewusste Moderne gesprungen. Tourismus ist dabei die wichtigste Einnahmequelle, wobei der Großteil der Bevölkerung außerhalb der Geldwirtschaft als Selbstversorger lebt. Die dazu notwendigen Fähigkeiten werden beherrscht und an die Kinder weitergegeben.

Papua Neu Guinea – Ursprüngliche Inseln und korrupter Staat

Chief Patrick stellt Kokosöl her

Chief Patrick von Nissan Island ist 80 Jahre alt und ein herzlicher, weiser Mann. Er organisiert einen Tauschmarkt für uns: Wir bringen Mehl, Reis, Angel-Equipment und finden einen großen Tisch voller Obst und Gemüse und eine neugierige Dorfgemeinschaft.

In PNG segeln wir nur auf einige abgelegene Atolle im Norden des Landes. Wir finden stabile Dorf-Strukturen und eine komplette Selbstversorgung. PNG könnte aufgrund seiner Bodenschätze eines der reichsten Länder Welt sein, doch der Abbau wird von ausländischen Firmen und korrupten Politikern betrieben. Bei der Bevölkerung kommt nichts an. Auf die abgelegenen Außeninseln kommt kein Versorgungs-Schiff.
Einzige Ausnahme: In einem fünf Meter langen Banana-Boat erreicht eine Gruppe von Männern den Strand von Longan. Sie kommen aus Lorengau und sind 350km auf offenem Meer gefahren. Es sind illegale Flüchtlinge aus dem Iran, die Australien nach PNG abgeschoben hat und ein ehemaliger Bewohner der Insel, der eigentlich in Lorengau im Gefängnis sitzt. Die Regierung schickt sie mit ein paar Säcken durchweichtem Reis, der Häftling wurde zur Navigation mitgeschickt. Die lebensgefährliche Reise wollte man wohl nur den Flüchtlingen zumuten.

Schweine lieben Kokosnuss

Die Bewohner der Atolle versorgen sich komplett selbst. Sie bauen Kokosnüsse, Bananen, Papayas und Melonen an. Außerdem Kürbis, eine Art Zucchini, Tomaten, Auberginen und Kulau, Süßkartoffeln. Alle Samen werden selbst gewonnen und die Jungpflanzen nachgezogen.
Die Auswahl ist begrenzt, aber sie haben einen klimatischen Vorteil: Das Grün der Süßkartoffeln wird nach der Ernte einfach in die aufgehäufte Erde gesteckt und nach drei Monaten können mehrere Kartoffeln von enormer Größe geerntet werden. Ein Traum für deutsche Gärtner. Vegetarier sein ist hier kein Thema: ohne Hühner, Schweine und vor allem Fisch ist das Überleben kaum möglich. Alle Tiere ernähren sich von Kokosnüssen. Auf manchen Inseln wird auch der Trinkwasser-Bedarf mit Kaukau, den grünen Kokosnüssen, gedeckt und jeder stellt selbst Kokosöl her.

Philippinen – Traumhafte Strände und verlorenes Wissen

Immer mehr Plastik schwimmt im Wasser auf unserer Reise nach Westen. Flipflops, Plastiktüten, Styropor. Die Ankunft auf den Philippinen ist erschreckend: Nur die Strände der Touristen-Resorts sind nicht mit Plastik bedeckt. Chips und Süßkram wird in Kleinst-Verpackungen verkauft. Der Inhalt strotzt vor Glutamat und Chemikalien. Viele Menschen sind übergewichtig und haben starke Akne. Ein seltsames Bild nach Monaten der puren Natur. Auf dem Markt wird jede Gemüsesorte einzeln in zwei Plastiktüten verpackt. Mit unseren mitgebrachten Tüten stoßen wir auf völlige Verständnislosigkeit.

Wenn wir durch Siedlungen gehen wird klar, dass die alten Fähigkeiten zur Selbstversorgung fast verloren gegangen sind. Die Hütten sind aus Wellblech zusammen geschustert und die Menschen haben den Gemüse-Anbau verlernt und sind so in die Mühlen der Geldwirtschaft geraten. Mit ihren offensichtlichen Verlierern. Eine Frau am Wegesrand sagt beschämt: „Wir sind arme Leute“. Zum ersten Mal erscheint Einfachheit als Armut.

In Kaputian, Samal Island, treffen wir auf eine russische Community von Roh-Veganern. Sie sind ausgewandert, um ganzjährig Gemüse und Obst anbauen zu können. Ihre Augen strahlen klar, die Babys krabbeln nackig am Strand herum.

Was nehmen wir mit nach Deutschland?

Tanz & Trommel und selige Naturverbundenheit haben wir nicht gefunden. Dazu haben Missionare und Katholizismus zu tiefe Spuren hinterlassen – allerdings wurden wir deshalb auch nicht verspeist auf unserer Reise. Gerade für wilde Frauen und Revoluzzer wäre das Leben in den festen sozialen Strukturen dieser Dörfer wohl schwer. Doch die Menschen strahlen eine ganz tiefe Ruhe aus, mit Augen, Stimme, Körper. Ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft überwältigt uns.
Was die Selbstversorgung angeht sind wir schwer beeindruckt. Wir sind inspiriert und erinnern uns: Auch in Deutschland können Menschen mit Weidenruten flechten und Dächer werden mit Schilf gedeckt. Die Lust ist groß es auszuprobieren.
Das Leben ohne Supermarkt ist einfach. Über die Monate sind fast alle verarbeiteten Lebensmittel von unserem Boot verschwunden und wir vermissen sie nicht.

Und ab und zu holen wir uns einen Ketchup-Kick.

Andreas, Krankenpfleger und Imker, segelt seit 30 Jahren. Judith Pädagogin und Gestalttherapeutin, begleitet ihn seit 2018.
In Deutschland leben sie im Projekt Krautkreise – Konzentrum für Permakultur und Gemeinschaft.


Geodome

Lust einen Geo-Dome zu bauen
und keine Ahnung wie das geht?

Wir waren auf der Suche nach einem erschwinglichen Gewächshaus mit großer Fläche und sind dabei auf die Geodesic Domes gestoßen.

Viele verkünden, dass die Domes total einfach zu bauen sind und sehr wenig Materialkosten mit sich bringen. Bei genauerem Hinsehen, stellte sich die Sache dann doch als kompliziert heraus.

Wie bekommt man die trigonomische Krümmung in die Latten? Wie verbindet man die Latten miteinander, stabil und im richtigen Winkel? Wie ist die Folie anzubringen?

Fakt ist: Der Dome ist durch seine Konstruktions-Form extrem stabil und bringt die größte Fläche im Verhältnis zum verwendeten Material. Beispiel: Ein Dome mit 6m Radius hat eine Grundfläche von 25qm. Es gibt viele verschiedene Bau-Techniken.

1. Hub & Strutt, Panelized oder hubless Strutt?

Zu Deutsch: Latte & Verbindungsstück oder direkt verschraubte Dreiecks-Panels?

Bei Hub & Strutt müssen die Latten zwar in unterschiedliche Längen zugeschnitten werden, aber an den Enden müssen keine Winkel eingesägt werden. Das spart viel Zeit. Stattdessen gibt es sternförmige Verbindungsstücke (hubs), die sowohl die Krümmung der Kugel, als auch die Winkel zwischen den Latten übernehmen. Diese Hubs kosten allerdings viel Geld und/oder sind sehr kompliziert selbst zu machen.

Bei der Methode ohne Verbindungsstück, werden Dreiecke vorgefertigt und dann miteinander verschraubt. Dafür müssen in jede Latte 3-4 Winkel geschnitten, was extrem viel Arbeit ist. Außerdem doppeln sich die Materialkosten, da jede Strebe aus zwei Latten besteht.
Will man die Material-Doppelung vermeiden, lassen sich die angeschrägten Latten mit Flachdübeln verbinden, wie es die Sonnenschmiede gemacht hat

Zuschneiden der Winkel: https://www.youtube.com/watch?v=thehzifMse4
Dome-Bau der Sonnenschmiede: https://www.youtube.com/watch?v=uS17uaoMdJA

Man kann einen Dome auch aus Leitungsrohren aus Metall machen (conduit pipe). Die Rohre schneidet man mit der Flex zu, schlägt dann mit dem Hammer das Ende Platt, biegt es im notwendigen Winkel und bohrt ein Loch hinein. Dazu braucht man viel Werkzeug und die Verbindungen sind meiner Meinung nach nicht für Gewächshaus-Folie geeignet.

Eigenbau der Pipe Strutts: https://www.youtube.com/watch?v=gLIhOglrbmI

2. Kalkulation der Maße: Frequency: 2V, 3V, 4V

Auf folgenden Seiten kannst Du Deine Dome Maß berechnen:

http://geo-dome.co.uk/
http://www.domerama.com/
http://acidome.ru/

Frequencies sind die Reihen von Dreiecken, die vertikal übereinander liegen. Das Pentagon oben im Zentrum wird nicht mitgezählt. Besteht der Dome aus 2 Reihen, wird er 2V genannt usw. Je mehr Reihen, desto kürzer werden die Latten und umso mehr Latten brauchst Du.

Wir planen einen Dome aus Latten, die wir aus alten Paletten recyclen. Da die Latten dann maximal 1m lang sind, brauchen wir also eine 3V Konstruktion und viele Latten.

Mit den Calculation Tools kannst Du Radius, Durchmesser, Umkreis, Höhe des Domes berechnen. Außerdem wichtig: Die Länge der Latten, der Krümmungswinkel auf der Kugel und die Winkel der sternförmigen Verbindungsstellen.

3. 1/2 oder 5/8 oder 5/9 Dome

Die Halbkugel läuft an den Rändern flach zu. Will man das vermeiden, kann man den Dome auf ein Fundament aufsetzen oder sich für mehr als die halbe Kugel entscheiden, zB 5/8 der Kugel. Dabei ist der Boden-Umkreis schon wieder leicht verengt, was die Grundfläche verkleinert.

4. Unser Dome

Wir haben uns für Holzlatten und die Hub & Strutt Methode entschieden. Als Hubs verwenden wir 5- oder 6-eckige Scheiben. In die Latten werden an beiden Enden Einschnitte (im Krümmungswinkel) gemacht, so dass man die Latte dann auf die Scheibe stecken kann.
Diese Methode scheint für uns am wenigsten Zuschneide-Arbeit.

Projekt in Marokko: https://www.youtube.com/watch?v=OfnebKQ1sus

Jobangebot: Vollzeit Permakulturist in der Uckermark

Landwirtschaftliche(r) Betriebsleiter/in (Vollzeit)
„Essbare Landschaft“

Für meinen, kürzlich übernommenen, kleinen Archehof (40 ha) mit Kinderpension suche ich, ab sofort, eine/n landwirtschaftlich ausgebildete/n Betriebsleiter/in mit Liebe zu Kindern. Sowie eine/n Koch/Köchin, die die selbstangebauten, verschiedensten Obst-und Gemüsesorten, zum Teil gemeinsam mit den Kindern, kreativ verarbeitet.

Gerne mit Familie, es ist ein Paradies für Kinder! Wohnmöglichkeit auf dem Hof ist vorhanden.

Ich möchte Falkenhain, mittels Permakultur und unter Einbeziehung der
vorhandenen Tierbestände (Schleswiger Kaltblut, Schafe, Ziegen, Wollschweine, Hühner) komplett in eine „essbare Landschaft“ verwandeln.

Die dadurch möglichen, vielfältigsten sinnlichen Erfahrungen die Natur zu entdecken und aus ihr gesunde Ernährung zu schöpfen, möchte ich besonders Kindern aus der Stadt zugänglich machen.

Dafür suche ich ein Team von Leuten, die einen ähnlichen Traum haben und daran mitgestalten wollen.

Kontakt:
Andrea von Senger und Etterlin

Falkenhain 1

17268 Boitzenburger Land / Uckermark

senger@gut-falkenhain.de

http://www.gut-falkenhain.de

Aufgaben landwirtschaftliche/r Betriebsleiter/in:

– Aufbau und Betreuung der Permakultur

– Pflege des Tierbestandes

– Betreuung der Mitarbeiter und Praktikanten

– Enge Zusammenarbeit mit dem Koch/Köchin

Was Sie mitbringen sollten:
– Begeisterung für das Thema biologischer Anbau

– Mut und Interesse daran, etwas Neues zu schaffen

– abgeschlossenes Studium

– Interesse an der Arbeit mit Kindern

– Spass am Vermitteln von Wissen an Kinder

– Eigenständiges Einbringen von Ideen

– eigene Verantwortung für die jeweiligen Bereiche

Was wir bieten:

– die Möglichkeit etwas Neues gemeinsam aufzubauen

– die Möglichkeit an einem spannenden Konzept mitzuwirken

– eine enge Zusammenarbeit in einem kleinen, motivierten Team

– eine offene Kommunikation in regelmäßigem Austausch

– faire Bezahlung für gute Arbeit

– ein traumhaftes Umfeld

Fördergelder für unseren Permakultur-Lehrpfad

Die Permakultur-Anlage ist landwirtschaftlich wunderbar gestaltet. Die Pflanzen gedeihen und es ist eine Freude zwischen den Hügelbeeten umherzuwandern und auch die Solidarische Landwirtschaft Augsburg freut sich über die Ernte aus Emersacker. Allerdings gibt es noch viel zu tun, was die Bereiche Wohlfühlen, Ästhetik und Bildung angeht. Es gibt weder Sitzbänke, noch LandArt und Skulpturen, noch einen Unterstand bei Regen. Auch ein Permakultur-Lehrpfad fehlt noch, den Besucher selbstständig durchwandern können.

Das nächste Vorhaben:

Ein Permakultur-Lehrpfad

Deshalb hat Krautkreise die Permakultur Akademie um Unterstützung gebeten und sie bekommen. Durch die Förderung von „Project Supports Project“ der Permakultur Akademie gestalten wir zusammen mit Künstler Michael Daum aus Emersacker den Lehrpfad. Der Rundweg führt an den wichtigsten Stationen vorbei:

  1. Benjes-Hecke: eine Anhäufung von Reisig und Altholz, die sofort nach Errichtung einen großen Lebensraum für Igel, Kröten, Vögel, Eidechsen und Schlangen, Rebhühner, Eulen und viele andere Tiere biete. Außerdem dient sie als natürlich Abgrenzung gegen hungrige Rehe und als Windschutz. Die lebenden Bäume und Sträucher können dann in Ruhe über Jahrzehnte in der Benjes-Hecke heranwachsen. Besonderer Vorteil ist, das die nistenden Vögel genau die Samen auf den Boden kacken, die sie am liebsten Fressen und so ihren eigenen Speiseplan in der Benjes-Hecke anpflanzen.
  2. Kraterbeet: ein Teich, umrundet von einem fast geschlossenen Hügelbeet dient als Windschutz, Sonnenfalle und bildet durch das verdunstende Wasser aus dem Teich eine Kleinklimazone. Das Wasser speichert die Tages-Wärme und gibt sie im Laufe der Nacht ab.
  3. Bienenstand: Bienen bestäuben die Pflanzen und schenken den Menschen viele Wertvolle Nahrungsmittel
  4. Waldgarten-Prinzip: auf den Hügelbeeten haben wir (Obst-)Bäume und Beerensträucher angepflanzt. Da das Grundstück eine ehemalige Sumpfwiese ist, können die Bäume so wachsen, ohne dass ihre Wurzeln verfaulen. Außerdem können wir so auf mehreren Ebenen anpflanzen und Ernten: oben die Äpfel, unten das Gemüse und alle bekommen genügend Sonne.
  5. Sanddorn: der Sanddorn ist ein sommergrüner Strauch und trägt im September leuchtend orange Beeren. Diese enthalten gesunde Gerbstoffe und viel Vitamin C. Eine Besonderheit ist, dass es weibliche und männliche Sträucher gibt. Diese müssen eng beieinander stehen, bestäuben sich und dann tragen nur die weiblichen Pflanzen Früchte.
  6. Elementarwesen: sind Naturgeister, die in Büschen und Bäumen wohnen. Sie sind sozusagen die Seelen der Pflanzen bewohnen auch unsere Permakultur-Anlage. Wir können sie mit den Augen meistens nicht sehen, aber vielleicht spüren und sie mit einer inneren Stimme um Hilfe bitten, aus Respekt und Liebe zu Mutter Erde.
  7. Biotop-Bereich: der Bereich mit naturbelassener Feuchtwiese und 2-3 Meter hohem Schilfgras.
  8. Hügelbeet: auf unserer Feuchtwiese bieten Hügelbeete die Möglichkeit für trockene Beete. Zunächst wird Altholz auf gehäuft, darüber Erde und dann eine Humusschicht. Das verrottende Holz im Kern des Hügelbeets gibt einige Jahre Wärme ab und verwandelt sich in Nahrung für Bodenwesen und Pflanzen. Durch die Erhöhung gewinnen wir etwa 1/3 an Bodenfläche dazu und die Sonne scheint in einem intensiveren Winkel auf das Beet. Durch die zwei Seiten, die unterschiedlich viel Licht bekommen, gibt es zwei Erntephasen. Dies ist praktisch, da wir nicht eine große Menge z.B. reifer Erdbeeren auf einmal essen müssen, sondern zweimal eine kleinere Menge ernten können.
  9. Froschteich: Teiche fokussieren das Wasser auf dem Grundstück. Im Falle unserer Feuchtwiese fließt das Schichtenwasser von den Beeten ab und füllt den Teich. Im Gegensatz zum herkömmlichen Drenagieren (unterirdische Rohre leiten das Wasser in einen kleinen Bach ab), bleibt das Wasser so auf dem Grundstück. So bildet es einen Lebensraum für Libellen, Fische, Frösche, Enten und Wasserpflanzen und befeuchtet bei großer Trockenheit die Beete. Der Aushub beim Anlegen des Teichs wird als Wall oder Kraterbeet um den Teich angelegt.
  10. Wildwuchs-Zone: Die Wildwuchs-Zone darf wachsen wie sie will und bietet Nistplätze und Nahrung für Tiere. In unserer Kulturlandschaft wird die Vielfalt der heimischen Kräuter durch Spritzen von chemischen Unkrautvernichtungsmitteln ausgerottet. In der Wildwuchs-Zone dürfen sie alle wieder wachsen und geben uns die besten Zutaten für einen gesunden Smoothie oder Salat.
  11. Acker: Auf unserem Kartoffel- und Getreideacker werden alte Sorten angebaut wie Emmer, Einkorn, Urroggen, Urdinkel, Blauweizen, Braunhirse. Diese Sorten enthalten weniger allergieauslösende Stoffe, da sie nicht so stark überzüchtet sind.
  12. Mischkultur: bestimmte Pflanzen tun sich gegenseitig gut. Der Geruch von Sellerie vetreibt z.B. eine kleine Fliege, die den Lauch anknabbert. Saubohnen dagegen sind sogenannte Legominosen und ziehen Stickstoff aus der Luft und geben ihn über die Wurzeln in den Boden ab. Kartoffeln brauchen eben diesen Stickstoff im Boden. In der Permakultur pflanzt man diese Gemüsesorten eng nebeneinander und braucht so keine chemischen Spritzmittel zu verwenden.

Außerdem wird es Informationen über allgemeine Themen wie die Grundprinzipien der Permakultur wie „Care for the earth/ Care for the people/ Fair Share“, Mulchen/Gründünger & Humusschicht, Begegnung mit Schnecken&Wühlmäusen und Aufklärung über den Unterschied zwischen Hybridsaatgut und samenfesten Pflanzen (die wir ausschließlich verwenden) geben.

Die Informationen sind dann ganz klassisch auf Alu-Tafeln zu lesen. Außerdem wird von Michael Daum im Rahmen eines VHS-Kurses ein Hör-Lehrpfad journalistisch konzipiert, aufgenommen und durch QR-Codes auf den Infotafeln verlinkt. Mit Flyern zum Lehrpfad kann sich Krautkreise dann verstärkt an Schulen wenden und sie zur Umweltbildung in der Permakutlur-Anlage einladen. Auch die Regionalförderung Bayern war schon zu Besuch und ist von der Idee begeistert – weitere Fördergelder sind „in Arbeit“, damit es auf dem Rundweg auch Sitzgelegenheiten und Regenunterstände gibt.

Ein großes Dankeschön an PSP für die Initial-Untersützung – Wir halten Euch auf dem Laufenden!

Solidarische Landwirtschaft erhält den Zukunftspreis der Stadt Augsburg

 
Der Zukunftspreis  der Stadt Augsburg für unsere Solidarische-Landwirtschaft-Augsburg ist eine große Anerkennung für unsere aller Aufbauarbeit für dieses besondere soziale und ökologische Projekt. Besonders waren wir alle angetan, dass wir diesen Preis nicht aus den Händen der Jury aus Politikern und öffentlichen Trägern erhalten haben sondern als „Sonderpreis“ einer Schülerjury. Nachfolgend könnt ihr die Laudatio der Schülerinnen nachlesen. Es ist beeindruckend wie junge Menschen die Sinnhaftigkeit unseres Projekts erfasst haben.

 

Begründung der Jury Zukunftspreis
Laudatio der Schülerinnen-Jury der Klasse 9a der Mädchenrealschule St. Ursula im Schuljahr 2016/2017:

Jonathan Safran Foer sagte einmal: „Menschen nehmen sich Zeit für das, was ihnen wichtig ist. Wenn Leute sagen, sie hätten keine Zeit zum Kochen, dann frage ich: Haben Sie Zeit, um fernzusehen? Oder um auf die Facebook-Seite zu gehen? Zeit umschichten, das heißt Werte umschichten.“ Wir leben in einer Zeit, die von Hektik geprägt ist. Die Fertiglasagne wird für 1,99 € im Supermarkt gekauft, der Salat ist bereits für 1,79 € gewaschen und in der Plastikschüssel verpackt zum Verzehr bereit. Wir essen Kiwis aus Neuseeland, Avocados aus Mexiko oder Kartoffeln aus Ägypten. Im Herbst gibt es Spargel aus Peru, im Winter genießen wir Erdbeeren aus Israel.

Nur selten machen wir uns bewusst, dass die Natur und ihre Menschen einen hohen Preis für diesen, zum Teil kulinarischen, Luxus zahlen. Vielen Menschen fehlt vorgeblich die Zeit und das Geld, um selbst zu kochen oder sich um Lebensmittel aus nachhaltigem Anbau zu bemühen. Umso mehr ist hervorzuheben, dass es Menschen gibt, die mit der Ordnung der Natur leben und versuchen, den Wert von Lebensmitteln neu zu begreifen. Diese Gemeinschaft von Jung und Alt, Stadt und Land, die auf gegenseitiger Wertschätzung, Hilfe und Zusammenarbeit beruht und durch ihren ökolo-gischen und nachhaltigen Gedanken besticht, möchten wir auszeichnen.

Die solidarische Landwirtschaft Augsburg, kurz SoLaWi genannt, ist ein Gegenentwurf zum Trend unserer Zeit, alles immer zur freien Verfügung zu haben – und das möglichst billig. Bei SoLaWi arbeiten Menschen aus Stadt und Land zusammen, die die gleichen Interessen verfolgen, nämlich frische, vielfältige sowie saisonale und regionale Nahrungsmittel in bester Qualität anzubauen. Dabei werden kleine Betriebe angemessen für ihre Produkte bezahlt. SoLaWi bedeutet Geben und Nehmen. Landwirte bauen gesundes Obst und Gemüse an, das die Stadtbewohner verzehren. Die Bauern werden beim Anbau der Lebensmittel unterstützt, denn ihre Abnehmer sind von der Saat bis zur Ernte dabei und helfen ihnen. Durch diese Zusammenarbeit entsteht nicht nur ein starkes Gemeinschaftsgefühl, sondern sie sensibilisiert die Konsumenten für einen verantwortungsvollen Umgang mit Nahrungsmitteln.

Zudem schafft SoLaWi Transparenz und eine Vertrauensbasis zwischen Stadt- und Landwirt. Auch Ernteausfälle und Schäden werden durch die Gemeinschaft abgefedert, sodass der Erzeuger keine Existenzängste haben muss. Außerdem kann der Landwirt mit einem festen Einkommen rechnen und dadurch an Planungssicherheit gewinnen. Im Gegenzug dazu kann sich der Verbraucher sicher sein, dass alle Produkte nachhaltig und in Bioqualität produziert werden, wodurch der Einsatz von umwelt- und gesundheitsschädlichen Pestiziden vermieden wird. Jeder Einzelne lernt durch harte Arbeit die angebauten Lebensmittel wertzuschätzen. Weiterhin begreifen die Verbraucher, wie wichtig es ist, Verantwortung für die Natur und die Umwelt zu übernehmen. Der soziale Aspekt von SoLaWi hat uns besonders überzeugt, da jedes Mitglied so viel einbringt, wie es kann. Dies bezieht sich nicht nur auf die Arbeitsleistungen, sondern auch auf die Geldbeiträge, die die Verbraucher für die Lebensmittel entrichten.

SoLaWi möchte weitere Mitglieder gewinnen und ihre Angebote erweitern. Als zukünftige Generation, die sich mit den Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Ernährung mehr denn je auseinandersetzen muss und als Schülerinnen einer christlich-katholischen sowie Fairtrade Schule, in der der Schöpfungsgedanke und damit der achtsame Umgang sowie die Verantwortung gegenüber Gottes Geschaffenem eine zentrale Rolle in unserer Schulgemeinschaft einnimmt, wollen wir dieses Projekt würdigen. Für uns stellt SoLaWi eine große Bereicherung dar und wir hoffen deshalb, dass sich immer mehr Menschen dieser Gemeinschaft anschließen und ihre Werte umschichten. Aufgrund ihres großen Engagements wollen wir SoLaWi Augsburg den Sonderpreis der Schülerinnen-Jury 2017 überreichen.

Langzeit-Helfer/in für 2018 gesucht

Wir suchen von Mai-Oktober 2018 eine/n Langzeit-Helfer/in. 

Das bedeutet: Du kannst bei uns für 6 Monate in einem eigenen Zimmer leben und Teil der Gemeinschaft sein, wirst rundum versorgt mit Bio-Essen und kannst an allen Seminaren und Kursen umsonst teilnehmen. Dafür arbeitest Du mit uns im Ried, unserer Permakultur-Anlage, von Montag-Freitag von 8-12 Uhr.

Im Ried arbeiten bedeutet: Du kannst alles lernen über Gemüse- und Getreideanbau im Sinne der Permakultur, anlegen und pflegen einer Permakultur-Anlage, Errichten von Hügel- und Kraterbeeten, Samengewinnung, Humusaufbau,  und viiieles mehr.

Bei Interesse meld Dich unter krautkreise@posteo.de

Wir freuen uns auf Dich!