Fördergelder für unseren Permakultur-Lehrpfad

Die Permakultur-Anlage ist landwirtschaftlich wunderbar gestaltet. Die Pflanzen gedeihen und es ist eine Freude zwischen den Hügelbeeten umherzuwandern und auch die Solidarische Landwirtschaft Augsburg freut sich über die Ernte aus Emersacker. Allerdings gibt es noch viel zu tun, was die Bereiche Wohlfühlen, Ästhetik und Bildung angeht. Es gibt weder Sitzbänke, noch LandArt und Skulpturen, noch einen Unterstand bei Regen. Auch ein Permakultur-Lehrpfad fehlt noch, den Besucher selbstständig durchwandern können.

Das nächste Vorhaben:

Ein Permakultur-Lehrpfad

Deshalb hat Krautkreise die Permakultur Akademie um Unterstützung gebeten und sie bekommen. Durch die Förderung von „Project Supports Project“ der Permakultur Akademie gestalten wir zusammen mit Künstler Michael Daum aus Emersacker den Lehrpfad. Der Rundweg führt an den wichtigsten Stationen vorbei:

  1. Benjes-Hecke: eine Anhäufung von Reisig und Altholz, die sofort nach Errichtung einen großen Lebensraum für Igel, Kröten, Vögel, Eidechsen und Schlangen, Rebhühner, Eulen und viele andere Tiere biete. Außerdem dient sie als natürlich Abgrenzung gegen hungrige Rehe und als Windschutz. Die lebenden Bäume und Sträucher können dann in Ruhe über Jahrzehnte in der Benjes-Hecke heranwachsen. Besonderer Vorteil ist, das die nistenden Vögel genau die Samen auf den Boden kacken, die sie am liebsten Fressen und so ihren eigenen Speiseplan in der Benjes-Hecke anpflanzen.
  2. Kraterbeet: ein Teich, umrundet von einem fast geschlossenen Hügelbeet dient als Windschutz, Sonnenfalle und bildet durch das verdunstende Wasser aus dem Teich eine Kleinklimazone. Das Wasser speichert die Tages-Wärme und gibt sie im Laufe der Nacht ab.
  3. Bienenstand: Bienen bestäuben die Pflanzen und schenken den Menschen viele Wertvolle Nahrungsmittel
  4. Waldgarten-Prinzip: auf den Hügelbeeten haben wir (Obst-)Bäume und Beerensträucher angepflanzt. Da das Grundstück eine ehemalige Sumpfwiese ist, können die Bäume so wachsen, ohne dass ihre Wurzeln verfaulen. Außerdem können wir so auf mehreren Ebenen anpflanzen und Ernten: oben die Äpfel, unten das Gemüse und alle bekommen genügend Sonne.
  5. Sanddorn: der Sanddorn ist ein sommergrüner Strauch und trägt im September leuchtend orange Beeren. Diese enthalten gesunde Gerbstoffe und viel Vitamin C. Eine Besonderheit ist, dass es weibliche und männliche Sträucher gibt. Diese müssen eng beieinander stehen, bestäuben sich und dann tragen nur die weiblichen Pflanzen Früchte.
  6. Elementarwesen: sind Naturgeister, die in Büschen und Bäumen wohnen. Sie sind sozusagen die Seelen der Pflanzen bewohnen auch unsere Permakultur-Anlage. Wir können sie mit den Augen meistens nicht sehen, aber vielleicht spüren und sie mit einer inneren Stimme um Hilfe bitten, aus Respekt und Liebe zu Mutter Erde.
  7. Biotop-Bereich: der Bereich mit naturbelassener Feuchtwiese und 2-3 Meter hohem Schilfgras.
  8. Hügelbeet: auf unserer Feuchtwiese bieten Hügelbeete die Möglichkeit für trockene Beete. Zunächst wird Altholz auf gehäuft, darüber Erde und dann eine Humusschicht. Das verrottende Holz im Kern des Hügelbeets gibt einige Jahre Wärme ab und verwandelt sich in Nahrung für Bodenwesen und Pflanzen. Durch die Erhöhung gewinnen wir etwa 1/3 an Bodenfläche dazu und die Sonne scheint in einem intensiveren Winkel auf das Beet. Durch die zwei Seiten, die unterschiedlich viel Licht bekommen, gibt es zwei Erntephasen. Dies ist praktisch, da wir nicht eine große Menge z.B. reifer Erdbeeren auf einmal essen müssen, sondern zweimal eine kleinere Menge ernten können.
  9. Froschteich: Teiche fokussieren das Wasser auf dem Grundstück. Im Falle unserer Feuchtwiese fließt das Schichtenwasser von den Beeten ab und füllt den Teich. Im Gegensatz zum herkömmlichen Drenagieren (unterirdische Rohre leiten das Wasser in einen kleinen Bach ab), bleibt das Wasser so auf dem Grundstück. So bildet es einen Lebensraum für Libellen, Fische, Frösche, Enten und Wasserpflanzen und befeuchtet bei großer Trockenheit die Beete. Der Aushub beim Anlegen des Teichs wird als Wall oder Kraterbeet um den Teich angelegt.
  10. Wildwuchs-Zone: Die Wildwuchs-Zone darf wachsen wie sie will und bietet Nistplätze und Nahrung für Tiere. In unserer Kulturlandschaft wird die Vielfalt der heimischen Kräuter durch Spritzen von chemischen Unkrautvernichtungsmitteln ausgerottet. In der Wildwuchs-Zone dürfen sie alle wieder wachsen und geben uns die besten Zutaten für einen gesunden Smoothie oder Salat.
  11. Acker: Auf unserem Kartoffel- und Getreideacker werden alte Sorten angebaut wie Emmer, Einkorn, Urroggen, Urdinkel, Blauweizen, Braunhirse. Diese Sorten enthalten weniger allergieauslösende Stoffe, da sie nicht so stark überzüchtet sind.
  12. Mischkultur: bestimmte Pflanzen tun sich gegenseitig gut. Der Geruch von Sellerie vetreibt z.B. eine kleine Fliege, die den Lauch anknabbert. Saubohnen dagegen sind sogenannte Legominosen und ziehen Stickstoff aus der Luft und geben ihn über die Wurzeln in den Boden ab. Kartoffeln brauchen eben diesen Stickstoff im Boden. In der Permakultur pflanzt man diese Gemüsesorten eng nebeneinander und braucht so keine chemischen Spritzmittel zu verwenden.

Außerdem wird es Informationen über allgemeine Themen wie die Grundprinzipien der Permakultur wie „Care for the earth/ Care for the people/ Fair Share“, Mulchen/Gründünger & Humusschicht, Begegnung mit Schnecken&Wühlmäusen und Aufklärung über den Unterschied zwischen Hybridsaatgut und samenfesten Pflanzen (die wir ausschließlich verwenden) geben.

Die Informationen sind dann ganz klassisch auf Alu-Tafeln zu lesen. Außerdem wird von Michael Daum im Rahmen eines VHS-Kurses ein Hör-Lehrpfad journalistisch konzipiert, aufgenommen und durch QR-Codes auf den Infotafeln verlinkt. Mit Flyern zum Lehrpfad kann sich Krautkreise dann verstärkt an Schulen wenden und sie zur Umweltbildung in der Permakutlur-Anlage einladen. Auch die Regionalförderung Bayern war schon zu Besuch und ist von der Idee begeistert – weitere Fördergelder sind „in Arbeit“, damit es auf dem Rundweg auch Sitzgelegenheiten und Regenunterstände gibt.

Ein großes Dankeschön an PSP für die Initial-Untersützung – Wir halten Euch auf dem Laufenden!

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